Denken Sie über den Einbau eines Dampfbades nach? Das sollten Sie! Oder fragen Sie sich etwa, ob eine Dampfsauna überhaupt eine richtige Sauna ist und was sie eigentlich von der klassischen trockenen finnischen Sauna unterscheidet?
Raucher wie Nichtraucher spüren es ganz deutlich: Die Atmung ist viel freier, weit mehr Luft dringt in die Lungen. Und wer sich einen Arbeitstag lang heiser geredet hat, für den wirkt das Dampfbad wie Balsam. Der Hintergrund: Sobald wir feuchte, warme Luft einatmen, kondensiert diese auch an den (kühleren) Schleimhäuten. Was sich in den Atemwegen angesammelt hat, wird aufgeweicht oder gar aufgelöst. Somit exzellente Arbeitsbedingungen für das Selbstreinigungssystem der Atemwege, die Flimmerhärchen: Sie können so Schadstoffe besonders gut nach draußen befördern. Unterstützt wird dies durch ätherische Öle, die sich im Dampf hervorragend lösen und ebenfalls die Bronchien beruhigen. Nicht umsonst ist das Inhalieren ein bewährtes Hausmittel etwa bei Erkältungen, das noch immer wirksamer (und besser verträglich!) ist als viele Medikamente.
Ganz anders der Saunaeffekt: In der trockenen und heißen Luft (ab ca. 80 bis 90 Grad Celsius) der Sauna geben wir mit jedem Atemzug Flüssigkeit ab und unsere Schleimhäute trocknen langsam aus. Bei geringer Luftfeuchtigkeit der finnischen Sauna (10 bis 20 Prozent) kann der Körper die Haut gut dadurch kühlen, dass er Schweiß absondert, da bei der Verdunstung von Flüssigkeit wirksame Verdunstungskälte entsteht. Wiederholtes Saunieren ist also eine Art Schwitztraining.
Im Dampfbad hingegen ist die Situation umgekehrt: Erstens kann die Luft kaum noch Feuchtigkeit aufnehmen. Vom Körper produzierter Schweiß verdunstet daher kaum und kann deshalb auch den Körper nicht kühlen. Ein vergleichbarer Effekt ist es, wenn wir im Winter mit Brille von draußen in einen warmen Raum gehen: Die Luftfeuchtigkeit schlägt sich an der kalten Brille nieder (kondensiert). Im Dampfbad kondensiert der Wasserdampf der Luft an der um ca. 20 Grad kühleren Hautoberfläche. Dabei entsteht im gleichen Umfang Wärme wie beim Verdunstungsvorgang Kälte entsteht. Deshalb reichen Temperaturen aus, die nur wenig über der Körpertemperatur liegen, um die körpereigenen Regulationsmechanismen zu trainieren.
In Sauna und Dampfbad passiert in puncto Reaktion des Körpers auf starken Wärmereiz im Grunde ähnliches: Die Haut erwärmt sich durch die erhöhte Umgebungstemperatur. Rezeptoren geben das weiter. Hormone, die Botenstoffe des Körpers, werden ausgeschüttet und tragen diese Information in alle Regionen des Körpers. Die kleinen Blutgefäße der Haut, die sog. Kapillaren, bekommen den Befehl, sich zu öffnen. Das Herz steigert seine Pumpleistung, die Durchblutung nimmt zu, die Wärme wird ins Körperinnere abtransportiert. Schon ein geringer Anstieg der Temperatur im Inneren des Körpers führt zu einer erheblichen Zunahme des Stoffwechsels. Es entsteht eine Art künstliches Fieber.
Durch die vermehrte Durchblutung wird im ganzen Körper der Abtransport von Stoffwechselprodukten verbessert. Daher stammt die Erkenntnis, dass Saunieren den Körper entschlackt. Für den verbesserten Abstrom von Endprodukten des Stoffwechsels ist nicht zuletzt die Muskulatur dankbar. Schon eine relativ geringe Zunahme der durchschnittlichen Muskelspannung (Muskeltonus), wie sie etwa bei dauerndem Stress zu beobachten ist, drückt auf die zwischen den Muskelfasern laufenden Blutgefäße. Der Blutfluss nimmt ab, die Strömung reicht nicht mehr richtig aus, die vermehrt anfallenden sauren Verbrennungsrückstände abzutransportieren, die Muskeln übersäuern (wir kennen diese Situation nach langer starker Anstrengung der Muskulatur als Muskelkater). Die verbesserte Durchblutung belebt die Muskeln und entspannt sie gleichzeitig. Ein Umstand, der besonders von sportlich aktiven Menschen geschätzt wird.
Und die Effekte des Dampfbades sind unmittelbar spürbar. Die Wärme und vermehrte Durchblutung entspannen die Muskulatur, reinigen die Haut und wirken heilsam auf den inneren Spannungszustand insgesamt. Es scheint, als würde mit dem Schweiß auch der Stress abperlen. Die Ruhephasen zwischen den einzelnen Gängen sind keine bloßen Pausen, sie geben dem Körper die Möglichkeit, nach dem intensiven Wärmereiz auszupendeln und dem Geist die Chance, zur Ruhe zu kommen. Kein Wunder, dass die meisten Menschen etwa nach dem Saunieren besser und erholsamer schlafen können. Für Sauna und Dampfbad gilt gleichermaßen: Wer regelmäßig geht, macht seinen Kreislauf fit, beugt Bluthochdruck vor, trainiert seine Entspannungmechanismen und stärkt nicht zuletzt das Immunsystem. Bereits nach wenigen Monaten, so haben Studien gezeigt, nimmt die Anfälligkeit für Infektionen, vor allem Erkältungskrankheiten, um mehr als die Hälfte ab. Das kann kein Medikament leisten!
Kann das Dampfbad aber auch schädlich sein? Grundsätzlich gibt es fast nichts, das im Übermaß konsumiert oder angewendet nicht auch schädlich sein kann. Auch wenn in der Regel etwa 10 bis 15 Minuten empfohlen werden, sollte man als eherne Grundregel beherzigen: Ein Dampfbad dauert exakt so lange, wie man es als angenehm empfindet. Entscheidend ist letztlich immer die persönliche Tagesform. Deshalb ignoriert der Profi Eieruhren etc. und verlässt sich ausschließlich auf seine innere Uhr.
Während bei der trockenen Sauna nur das Schwitzen und die damit verbundenen Reaktionen des Körpers im Vordergrund stehen, hat das Dampfbad darüber hinaus noch eine breite Palette von anderen positiven Effekten. Es ist zwar etwas weniger intensiv als die finnische Sauna, aber dafür besonders gut verträglich.
Hinzu kommt, dass es beim Dampfbad eine ganze Reihe von verschiedensten Badeformen gibt, die sich teilweise schon seit Jahrtausenden bewährt haben. Wir haben Ihnen einmal einen kleinen Überblick zu den populärsten Dampfbadformen zusammengestellt:
Solekabine
In der Solekabine wird durch Druckluft über eine feine Düse eine Meersalzlösung verteilt. Die feinen Partikel hüllen den Körper ein und bewirken eine optimale Pflege der Haut. Besonders bei empfindlicher und problematischer Haut wird der Regenerationsprozess durch Salzwasser beträchtlich verstärkt. Dies führt zu einem einmaligen Gesundheits-Badeerlebnis. Ihre Haut wird mit wichtigen Mineralstoffen versorgt und Ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden gestärkt. Das Solebad wird als Dampf- und Inhalationsbad betrieben. Beheizte Sitzflächen und optional beheizte Wände sorgen für wohlige Wärme. Die Badetemperatur liegt zwischen42 bis 45 Grad Celsius bei ca. 100 Prozent relativer Feuchte.
Aromakabine
Die hervorragenden Eigenschaften von Blüten und Kräutern für den menschlichen Körper sind uns u. a. mit der Bachblütentherapie bewusst geworden. Im Blütenbad werden Blütenextrakte mit mildem Inhalationsdampf in den Raum eingeblasen. Die Strahlungswärme schafft zusätzlich die Voraussetzung für ein perfektes Badevergnügen. Durch den Zusatz von Duftstoffen bzw. Kräuteressenzen wird Ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden gesteigert. Das Aromabad wird als Dampf- und Inhalationsbad betrieben. Beheizte Sitzflächen und optional beheizte Wände sorgen für wohlige Wärme. Die Badetemperatur liegt zwischen ca. 42 bis 45 Grad Celsius bei ca. 100 Prozent relativer Feuchte.
Serail Bad
Bereits im Jahr 400 vor Christus verwendete der berühmte griechische Arzt Hippokrates verschiedene Heilerden äußerlich zur Kältebehandlung und zur Wundreinigung. Die berühmte Siegelerde (terra sigillata) wurde beispielsweise auf der Insel Lemnos gewonnen und war so wertvoll wie Gold. Um die Reinheit und Herkunft zu dokumentieren wurde die Erde mit einem Siegel der Artemis versehen.
Die Heilerden, die heute für das Serail-Bad angeboten werden, sind naturbelassen. Die schöne Farbe beruht auf dem natürlichen Gehalt von Mineralien. Neben der Überwärmung beruht die einzigartige Wirkung des Serail-Bades auf der speziellen Hautpflege. Aufgrund der selektiven Zugwirkung der Heilerden werden Giftstoffe und Schlacken aus der Haut gezogen und das Peeling bereitet die Haut für die Aufnahme von rückfettenden und nährenden Medien vor. Die Wirkstoffe dieser Medien werden optimal in Form von hochwertigen Hautpflegeölen in die Haut übertragen. Zu diesem Zweck werden kleine Mengen verschiedener Öle frisch gemischt, sodass jede Hautschicht optimal versorgt wird. Die Weichheit und Elastizität der Haut hat schon viele Besucher eines Serail-Bades zu der spontanen Aussage veranlasst: „Jetzt habe ich eine Haut wie ein Baby.“
Wer diese und andere Badeformen zu Hause genießen möchte hat zwei Möglichkeiten. Da ist zum einen der Weg über eine fest eingebaute Kabine, die in der Regel kunstvoll mit Keramik und Fliesen verkleidet wird. Für sie braucht man jedoch genügend Platz – nicht nur für die Kabine selbst, auch das Ambiente darum sollte stimmen. Der Vorteil dabei ist aber sicherlich der Hauch von Orient und Luxus der ein privates Hamam umgibt.

Das Dampfbad gehört zu einer der ältesten Badeformen. Trotzdem geht die Entwicklung immer weiter. Der neueste Clou ist der Dampfstoß. Er ist der Aufguss im Dampfbad.



























