Privates Luxusgut

Inspiriert von Aufenthalten in den Luxusspas erstklassiger Hotels wollte ein Hausherr aus der Nähe von Düsseldorf dieses Wohlgefühl in den eigenen vier Wänden schaffen. Entstanden ist dabei ein zweites Wohnzimmer für ganzheitliche Entspannung.

 

Die Sauna ist längst kein Kellerkind mehr. Dieses ungeliebte Dasein streifte die Finn­enkabine genauso ab wie das Klischee der unansehnlichen Holzkiste – Saunaliebhabern ist diese Erkenntnis sicher nichts Neues. Denn seit einigen Jahren schaffte es die Sauna peu à peu sich öfter und besser in den Wohnraum zu integrieren. Ein wunderbares Abbild dieses Trends, der auch in Zukunft nicht abklingen wird, ist das Home-Spa von Erich Klingel (Name von der Redaktion geändert). In seinem Wellnessbereich möchte man nicht nur das Relaxprogramm von der Sauna bis zum Dampfbad durchlaufen lassen, sondern auch Zeit verbringen. Hier wurde eine Atmosphäre des Wohlfühlens geschaffen.

 

 

Wohnlich Wellnessen

„Die Materialien wurden bewusst wohnlich ausgelegt. Nussbaumholz für die Sauna, Marmor für den Boden, Glasmosaike und Naturmaterialien an den Duschronden, Nussbaumparkett, gepolstertes Sitzrund, lackierte Möbel, stimmungsvolle Lichtquell­en tragen zur Wohlfühlatmo­sphäre bei“, erklärt der verantwortlich zeichnende Innen­architekt Howard Nagel das Raumkonzept. Stylish und doch gemütlich, könnte man es zusammenfassen, nichts wirkt unterkühlt, Kitsch wird aber vermieden. Dazu tragen wohl die fließenden Formen in der Raumgestaltung bei: „Geschwungene For- m­en und Kurven sind das zentrale Gestal-    t­ungs­thema. Sowohl bei den Möbel­ein­­bau­ten als auch an der Decke und den Böden finden sich so gut wie keine geraden Linien.“ So wurde auch der höher liegende Dusch­bereich mit den weiteren Bereichen des Home-Spas verbunden: Wellenförmige Stuf­en erschließen die Duschzone. „Das Grund­konzept zielt darauf ab, verschiedene spannende Zonen zu schaffen und diese in einem erlebnisreichen Gesamtraum zusammenzuführen. Die funktionierende Koexistenz von Offenheit und Geschlossen­heit war sehr wichtig. Das Spa mit seinen vielfältigen Fun­k­­tions­bereichen sollte differenziert er­leb­­bar sein. Offene, halb offene und abgeschlossene Bereiche wurden entsprechend zueinander in Bezug gesetzt. Die Form- und Materialwahl bot dazu gute Möglich­keiten“, so der Innen­architekt. Ein gutes Beispiel dafür ist der Duschbereich, der von halb transparenten Kunststoff­elementen um­schlossen ist – der Clou: In den Kunststoff wurde echtes See­gras eingegossen, ein raffinierter Einfall, um die Individualität der Anlage hervorzuheben. Die Idee wurde ein zweites Mal aufgegriffen, diesmal in Form von Seegras in einem Kiesbett, das entlang der Saunakabine und Teilen des Eingangs gezogen wurde.

 

Materialwahl Mosaik

Wohl wichtigstes Gestaltungsmaterial war Mosaik. Die kleinen Steine finden sich in sandfarbenen Nuancen, teilweise mit Gold­mosaik vermischt, an Wänden, Treppen, in den Duschbereichen und auf einer Sitzbank, davor präsentiert sich die weitere vorherrschende Farbe Rot bei einem Fuß­becken. Außerdem zeigt sich der intensive Farbton noch in Ablagenischen, als Auß­enwand einer zweiten Dusche, im Dampf­bad und bei einer auffälligen Hängelampe, die verspielte Lichteffekte auf die Wände des Spas zaubert.

 

Hohe Ansprüche erfüllt

Die Gestaltung geschah im ununterbrochenen Kontakt mit den ausführenden Firmen. Der hohe Anspruch an Gestaltung und elektronischer Komplexität machte eine durchgehende, ganztägige Präsenz des bauleitenden Architekten notwendig. „Im Kampf um das perfekte Detail wurden alle Hand­werker bis an ihre Grenzen gefordert. Die gute Koordinierung der Gewerke war hier besonders wichtig“, so Howard Nagel. Dabei mussten die vielen unterschiedlichen Be­reiche zu einer Einheit verschmelzen: Neben den zwei Duschbereichen, der Finnischen Sauna und dem Dampfbad gibt es im Home-Spa von Erich Klingel noch einen Ruheraum, eine Bar sowie eine angeschlossene Ankleide mit WC und Fitnessraum. „Die Kombi­nation von Well­ness und Fitness über nahtlose Übergänge hat sich als besonders empfehlenswert herausgebildet. Durch das geschickte Zu­sammen­legen von Raumfunk­tion­en und Raum­anordnungen war es möglich, das gesamte Untergeschoss mit Kino, Bar, Spa, Fitness, Umkleiden/WC und Neben­räumen sowie einem Außenbereich zu einem funktionierenden Ganzen zusammenzuführen“, erläutert der Architekt.

 

Technik & Design: neue Wege

Inspirationsquelle waren moderne Hotel­Spas: „Der weitgereiste Bauherr wurde durch eine Vielzahl von Hotels und Lodges inspiriert und strebte eine vergleichsweise wohnliche, aber auch luxuriöse Atmosphäre an.“ Gelungen ist das dank der Abkehr von üblichen Bäder­material­ien, hin zu edlen Holzfurnieren und modernen Composite Materialien. Ebenso unterstützen ausgewählte Pflanzen und Farben die Wohn­lichkeit. Aber nicht bloßes Design beeindruckt, auch innovative Technik: „Alle elektrischen Einrichtungen lassen sich via EIB (Europäischer In­stallations­bus) per Touch­panel sowie iPad oder iPhone bequem steuern. So auch die Lichtdecke, die mit Swarovski-Kristallen und Lichtbändern gemeinsam mit den übrigen Leuchten eine wunderbare Stimmun­gen zaubern kann.“ Bei aller technischen Raffinesse wurden bewusst ökologische und ökonomische Varian­ten für den Betrieb herangezogen. Da­zu zählen der Einsatz von Erdwärme (vier Sonden à 84 Meter Tiefe), Wärmerück­ge­winn­ung, LED-Technik und Vollwärmeschutz.

 

Stolze Leistung

Ein Liebhaberobjekt, auf das mit Stolz geschaut werden kann – nicht nur vom Hausherren: „Wir sind dem Auftraggeber für die großen gestalterischen und finanziellen Freiräume sowie den freundschaftlichen Umgang, der uns als Planer und Gestalter geboten wurde, zu Dank verpflichtet.“

 

Text: Patricia Pfister

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