Das Architekturbüro OSTR aus Osaka hat in Zusammenarbeit mit dem japanischen Start-up Sauna Ikitai ein ungewöhnliches Projekt realisiert. Unter dem Namen „Sabus“ rollt seit Kurzem eine mobile Sauna durch die Präfektur Hyogo – ausgestattet mit holzvertäfelten Sitzflächen, einem holzbefeuerten Ofen und großen Panoramafenstern.
Der Umbau des Fahrzeugs war technisch wie gestalterisch herausfordernd. Sauna Ikitai beauftragte OSTR mit dem Ziel, den alten Bus in eine voll funktionsfähige Sauna zu verwandeln – mit allem, was dazugehört. Besonderes Augenmerk lag auf dem Einbau eines Holzofens des finnischen Herstellers Harvia, der für seine leistungsstarken und hochwertigen Saunalösungen bekannt ist. Die Integration des schweren Ofens erforderte sorgfältige Planung, da das Gewicht und die Statik in einem mobilen Fahrzeug strenge Vorgaben erfüllen müssen. Hinzu kamen spezifische Umbauvorschriften, die sich deutlich von jenen für stationäre Gebäude unterscheiden – sowie der Umstand, dass keine detaillierten Baupläne für das Fahrzeug existierten.
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Trotz der engen Platzverhältnisse gelang es dem Team, ein mehrstufiges Raumkonzept mit unterschiedlichen Wärmezonen zu schaffen. Die untere Sitzreihe befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Ofen und bietet intensive Hitze. Die mittlere Ebene profitiert von der aufsteigenden Wärme, während eine großzügig angelegte obere Fläche sogar das Liegen ermöglicht. Eine ausgeklügelte Luftzirkulation per Konvektion sorgt für ein gleichmäßiges und authentisches Saunaerlebnis.
Große Fensterflächen wurden bewusst erhalten, um den Blick auf die vorbeiziehende Landschaft freizugeben – sei es Wald, Küste oder Stadtgebiet. So wird die Saunafahrt zur Reise durch wechselnde Szenerien. Im vorderen Teil des Busses entstand ein kleiner Vorraum, der als Umkleide und Gepäckablage dient. Auch hier blieb der ursprüngliche Charakter des Fahrzeugs sichtbar: Handläufe wurden mit Hanf umwickelt, alte Knöpfe und Schalter erfuhren eine kreative Zweckentfremdung. Der klassische Halteknopf signalisiert nun den Wunsch nach einem „Sauna-Stopp“, ein ausgedienter Fahrkartenkasten dient als Behälter für Aufgusswasser, ein Aufhängeriemen misst die Temperatur.
Äußerlich blieb der Bus fast unverändert. Lediglich eine hellblaue Linie ergänzt die ursprüngliche orangefarbene Lackierung – eine subtile Andeutung auf die Verbindung von heißer Sauna und kühlendem Bad. Das bewusst erhaltene Äußere unterstreicht den skurrilen Charme des Projekts: eine vollwertige Sauna, verborgen im Gehäuse eines Linienbusses.
PROJEKTBETEILIGTE
Architekten: OSTR
Projektbeteiligte: Sauna Ikitai
Saunaofen: Harvia
