Dachschrägen sind für viele ein gestalterisches Minenfeld. Für Corso sind sie Bühne. Bühne für Ideen, für handwerkliche Präzision, für Räume, die mehr können, als nur praktisch sein. Bei diesem Projekt, realisiert in der Nähe von Hildesheim, wurde ein scheinbar schwieriger Winkel zur Hauptrolle eines ganz privaten Wellnesstraums – und das mit einem Ergebnis, das man spürt, sobald man den Raum betritt: Hier ist nichts Standard. Hier ist alles gewollt.
Der Blick fällt zuerst auf das Licht. Es flutet durch eine rahmenlose Glasfront in den Raum, trifft auf die schimmernde Maserung des Hemlockholzes – warm, samtig, fast golden. Die Sauna steht unter der Schräge, als hätte sie sich intuitiv dort eingenistet. Ihre Linien sind klar, fast minimalistisch, doch durch die breite Sortierung des Holzes wirkt alles lebendig, ruhig, geerdet. Die schwebenden Bänke verstärken dieses Gefühl – als würde der Raum atmen dürfen.
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Die dekorativen Details setzen bewusste Akzente, ohne den Raum zu überfrachten: Am Boden liegt ein flauschiges Rentierfell, das Wärme und Natürlichkeit verströmt. Ein kunstvolles Skulpturstück aus Holzwurzeln bringt eine organische, fast archaische Note ein, die das moderne Design harmonisch ergänzt. Ein Kamin sorgt für das kuschelige Flair, das man sich an einem privaten Rückzugsort wünscht. Und als kleine Hommage an nordische Traditionen hängt in der Sauna ein Shamanic Sami Drum – ein subtiler, kultureller Blickfang, der die Verbindung von Natur und Spiritualität aufnimmt.
Die Bauherren wollten eine Sauna, die nicht nur gut aussieht, sondern auch im Alltag funktioniert – technisch ausgereift, gestalterisch überzeugend. Die Planung begann mit einem Vor-Ort-Termin an einem Samstag. Eine Geste, die bereits zeigte: Hier nimmt man sich Zeit. Im engen Austausch mit dem Corso-Team wurden Materialien ausgewählt, technische Fragen geklärt, das Raumgefühl diskutiert. Selbst die Herausforderung mit dem vorhandenen Fenster im Dachraum wurde nicht umgangen, sondern gestalterisch klug gelöst: Der Bereich wurde zugebaut, dahinter entstand ein diskreter Technikraum, zugänglich über eine Klappe unter der Bank. Unsichtbar. Praktisch. Elegant.
Ein kleines Detail, das viel erzählt über die Haltung von Corso: Design heißt hier nicht Verzicht, sondern Entscheidung. Dafür, wie sich ein Raum anfühlen soll. Wie er klingt, wie er duftet.
Auch das Echtholzparkett, das bis in die Kabine gelegt wurde, war zunächst eine unkonventionelle Idee. Doch das Corso-Team beriet mutig und mit Erfahrung – das Ergebnis: eine großzügige, fließende Raumwirkung, die den Bereich nicht als separate Sauna abgrenzt, sondern ihn wie selbstverständlich integriert.
PROJEKTBETEILIGTE
Saunabau: Corso Saunamanufaktur
HERSTELLER
Saunaofen, Saunasteuerung: EOS Sauna
